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Gefährliche Antikoagulantienblutungen

  • Autor(en): Etzel Gysling
  • pharma-kritik-Jahrgang 43 , Nummer 2, PK1158
    Redaktionsschluss: 3. August 2021
  • Obwohl verschiedene Antidote verfügbar sind, führen auch die neuen direkten oralen Antikoagulantien (DOACs) zu gefährlichen Blutungen, die gemäss einer Meta-Analyse in fast 18% zum Tode führen. Die Wiederaufnahme der Antikoagulation kann erneute Blutungen verursachen!    
Auch die direkten oralen Antikoagulantien, deren Wirkung nicht auf einem Vitamin-K-Antagonismus beruht (DOACs), verursachen gefährliche Blutungen, deren Inzidenz auf 2 bis 3,5% jährlich geschätzt wird. Um der Hemmung der Blutgerinnerung entgegenzuwirken, wird ein Vier-Faktor-Prothrombinkomplex-Konzentrat (4F-PCC) oder – abhängig vom verwendeten DOAC – Idarucizumab (Praxbind®) oder Andexanet (Ondexxya®) eingesetzt. In einer Meta-Analyse wurden 60 Studien zusammengefasst, in denen untersucht worden war, was mit diesen Antidoten erreicht wird. Von 4'735 Personen mit schweren Blutungen starben annähernd 18% trotz Antidot. Intrakranielle Blutungen waren gefährlicher, mit einer Letalität von 20%, aber auch extrakranielle Blutungen führten bei rund 15% zum Tod. Zu einem letalen Verlauf kam es insbesondere, wenn keine wirksame Hämostase erreicht werden konnte. Es fanden sich keine grossen Unterschiede zwischen den verschiedenen Gegenmitteln, einzig unter Andexanet waren Todesfälle etwas häufiger (19%). Andexanet führte zudem im Gegensatz zu den anderen beiden Mitteln relativ häufig zu thromboembolischen Ereignissen (bei fast 11% der Behandelten). Bei gesamthaft 13% kam es später zu einer erneuten Blutung, in der Regel nach Wiederaufnahme der gerinnungshemmenden Medikamente. Trotz der Verfügbarkeit von Gegenmitteln verursachen auch DOACs gefährliche Blutungen und Todesfälle. Wir müssen uns bewusst bleiben, dass Antikoagulantien zwar bei gut dokumentierten Indikationen sinnvoll eingesetzt werden, aber immer einen bedeutsamen Eingriff in einen lebenswichtigen physiologischen Mechanismus darstellen. .

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Gefährliche Antikoagulantienblutungen (3. August 2021)
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pharma-kritik, 43/No. 2
PK1158