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Unabhängige Quellen (Juli 2021)

  • Autor(en): Etzel Gysling
  • pharma-kritik-Jahrgang 43 , Nummer 2, PK1159
    Redaktionsschluss: 3. August 2021
  • Unabhängige Quellen (Juli 2021)

    Metamizol kann Leber-Schädigung verursachen

    Enuresis bei Kindern

    Hyponaträmie unter Tramadol

    Antiepileptika absetzen?

    Folsäure bei Methotrexat-Therapie sinnvoll

    Mittel gegen Heuschnupfen & Co 
Metamizol kann Leberschädigung verursachen
Der «Arzneimittelbrief» macht auf einen Warnhinweis der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) aufmerksam: Eine retrospektive Untersuchung hat gezeigt, dass sich Metamizol (Novalgin® u.a.) hepatotoxisch auswirken kann. Zwischen 2008 und 2017 mussten am Hamburger Universitätsspital 154 Fälle einer Metamizol-bedingten Leberzell-Schädigung behandelt werden; in zwei Fällen war eine Lebertransplantation notwendig. Die toxische Auswirkung wurde einige Tage bis Monate nach Beginn der Metamizol-Medikation manifest. Eine Leberschädigung durch Metamizol ist höchstwahrscheinlich ein seltenes Problem. Metamizol wird jedoch nicht – wie zugelassen – ausschliesslich bei starken Schmerzen oder hohem Fieber verschrieben, wenn andere Mittel versagen. Dies hat zur Folge, dass dennoch eine unnötig grosse Zahl von Menschen betroffen sein könnten. Die weit verbreitete Verschreibung «off label» ist irrational.

Enuresis bei Kindern
In einer ausführlichen Übersicht hat die «Revue Prescrire» die Problematik und mögliche Therapien des Bettnässens bei Kindern über 5 Jahren zusammengestellt. Wichtig ist insbesondere, Eltern und Kinder zu beruhigen, da das Bettnässen allermeistens spontan verschwindet. In Einzelfällen ist eine professionelle psychologische Hilfestellung indiziert. Oft helfen aber einfache Massnahmen: Das Kind soll am Abend nicht zu viel trinken; eine Miktion vor dem Schlafen sicherstellen! Manchmal kann ein nächtliches Alarmsystem (für höchstens 3 Monate) nützlich sein. Medikamente sollten kaum eine Rolle spielen: In dringlichen Fällen (z.B. Auswärtsschlafen) kann kurzfristig Desmopressin (Minirin® u.a.) eingesetzt werden. Abgeraten wird von trizyklischen Antidepressiva und von Anticholinergika wie Oxybutynin (früher als Ditropan® erhältlich), insbesondere wegen der möglichen unerwünschten Wirkungen.

Geschätzte Lesedauer: Von 4 bis 6 Minuten

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Unabhängige Quellen (Juli 2021) (3. August 2021)
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pharma-kritik, 43/No. 2
PK1159